Die Online-Sammlung nextland.at repräsentiert eine beeindruckende Bandbreite an Landschaftsarchitekturprojekten in Österreich und bietet tiefe Einblicke in Arbeitsmethoden, Trends und Strömungen sowie die innovativen Ansätze landschaftsarchitektonischer Planung und Gestaltung. Im Zuge des letzjährigen Calls wurden zahlreiche hochwertige Projekte eingereicht und aufgenommen, unter anderem die Wohnanlage Russareal Floras Garten in Lochau, Vorarlberg, geplant von LandRise, DI Maria-Anna Moosbrugger.

© Foto: Petra Rainer

Floras Garten liegt in einem lebendigen Quartier im Herzen der Gemeinde Lochau. Das ehemalige Werksgelände der Firma Russ wurde zu einem modernen Wohnraum umgestaltet. Acht Gebäude mit unterschiedlich großen Wohneinheiten haben die früheren Produktionshallen ersetz, die mit einem großzügig gestalteten Höfen zwischen den Wohngebäuden ausgestattet sind

Gebäudebezogener Freiraum
WA Russareal | Floras Garten


Toni-Russ-Straße 8
6911 Lochau, Vorarlberg

Planungsbeginn und -ende:
2020 – 2021
Baubeginn und Baufertigstellung:
2021 – 2023
Gesamtfläche:
9.900 m²
Landschaftsarchitektin (Büro):
Land Rise, Maria-Anna Schneider- Moosbrugger
Bauherrin:
L1 Immobilien GmbH & Co OG
Architekt*in:
HK Architekten
Bauleitung:
Fleisch Loser | Land Rise

Die Freiraumplanung der Wohnanlage (WA) Russareal schafft trotz hoher Dichte eine hohe Quartier-Qualität. Das Quartier besteht aus acht Baukörpern mit 88 Wohneinheiten und einer Tiefgarage mit 90 Stellplätzen. Die zentrale Quartiersachse verbindet über Plätze und Durchgänge die Hauszugänge, während sich „Floras Garten“ in Ost-West-Richtung erstreckt und durchlässige Grünräume bietet.

Gemeinschaftsflächen mit gärtnerischen und spielerischen
Elementen ergänzen die Privatgärten. Spielbereiche fördern Begegnungen und große Holzdecks laden zum Verweilen ein. Das Quartier ist verkehrsfrei, abgesehen von zwei Parkplätzen – der südliche Vorplatz lädt zum Flanieren ein.

Der Kopfbau mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss ist so nahe wie möglich an die Toni-Russ-Strasse im Süden gerückt. Auf Grund seiner zurückhaltenden Kubatur integriert er sich in die umgebende Bebauung, kontrastiert jedoch durch die leicht erhöhte Sockelposition subtil mit den anderen Gebäuden. Zwischen den einzelnen Volumen erstrecken sich sorgfältig gestaltete Höfe, die den Mieter:innen als Begegnungsräume dienen. Sie bieten ansprechend ausgeführte Oberflächenbeläge, Sitzgelegenheiten sowie Vegetationszonen mit schattenspendendem Baumbestand; individuell bepflanzbare Hochbeete laden zum Plaudern und Gärtnern ein, während die Kinder in den nahen Spielbereichen toben dürfen. Die gesamte Anlage wird durchgehend rollstuhlgerecht und verkehrsbefreit erschlossen, in ihrem Zentrum öffnet sich das Netz der Verbindungswege zu einem großzügigen Quartiersplatz. Die ausgewogene Balance zwischen privaten und gemeinschaftlich genutzten Flächen fördert die Kommunikation und das Miteinander innerhalb und außerhalb des Areals. (Text: HK Architekten, bearbeitet)

© Fotos: Petra Rainer